Gedichte

Gedicht "Expressive Projektionen" von Trauerdichter

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Viel Freude beim Lesen!

Wie immer

Waren gleich ein Liebespaar,
nach dem ersten Treffen schon.
Lagen nackt im Feld aus Mohn.
Alles schien uns wunderbar.

Hatten wir es überstürzt?
Reif war das Verhalten nicht.
Dachten kurz und dachten schlicht.
Kennenlernen? Abgekürzt!

Sagten gern: „Ich liebe Dich“,
und vertrauten uns stets blind,
sorgenfrei wie nur ein Kind.
„Nein, ich lass Dich nie im Stich!“

Ja, so lief‘s bei jeder Frau.
Nie hab‘ ich daraus gelernt,
dass man sich auch schnell entfernt
ohne eine Innenschau…

12. September 2019

We both are lost

Die Liebe meiner Jugendzeit.
Sie wollte später Kunst studiern,
verstand sich selbst als echten Punk,
und wusste mich zu fasziniern.

Ich traf mich immer gern mit ihr,
um über Kunst zu diskutiern.
So konnte ich ihr nahe sein,
und musste nie zu viel riskiern.

Ich liebte ihre Malerei,
der ich von Anfang an verfiel.
Sie brachte mir auch manches bei,
zum Beispiel das Gitarrenspiel.

Sie sagte nur "We both are lost",
bevor sie ohne Spur verschwand.
Sie hinterlies in mir ein Loch,
das niemals seine Heilung fand.


https://www.youtube.com/watch?v=9AxuPqe_d3o&t=64s

Das Leben als Krähe

Seht, dort fliegen Vogelschwärme.
Einsam bleibt die schwarze Krähe.
Wünsche mir so dringend Nähe,
eine Frau mit etwas Wärme.

Fühle mich so abgeschnitten,
isoliert auf dieser Erde.
Bin nicht Teil der Menschenherde.
Habe schon zu viel erlitten.

Und so bin ich viel alleine,
hinterlasse keine Spuren.
Gehe manchmal zu den Huren,
brauchen sie doch meine Scheine.

Möchte eigentlich nur kuscheln...
Geldverschwendung mit den Huren,
die zu viel Gewalt erfuhren,
heimlich einfach nur zu tuscheln.


07. September 2019

Freiheit zu verrotten

Werd‘ nie das Licht des Tages seh‘n.
Gefangen in ‘nem dunklen Raum
erscheint mir alles wie ein Traum.
Ach, muss Verzweiflung eingesteh‘n.

Denn niemand kann mich schreien hör‘n.
Mein Körper, er verrottet hier.
Und bis ich den Verstand verlier‘,
wird keiner meine Freiheit stör‘n.

Die Engel raten davon ab,
das alles immer schwarz zu seh‘n,
doch kann ich nun mal nicht versteh‘n,
was ich von meiner Freiheit hab‘.

Die Welt ist mir ein Jammertal,
ein Ort, der keinen Sinn ergibt.
Bin schwer in eine Frau verliebt,
die mich nicht liebt, welch‘ Höllenqual.


07. September 2019

Narzissmus


Ich bin ein Lyrikgott
und führe das Sonett
ganz einfach zum Schafott
mit meinem Quadronett.

27. September 2019

Trauertränen


Würde gerne weinen können
und mir Trauertränen gönnen.
Doch ich bin zu abgestumpft.
Find drauf nicht mal einen Reim.

Es ist Herbst und die Natur
färbt sich gelb und braun und rot.
Doch von Reue keine Spur,
alles Lebende geht tot.

Vielleicht bin ich selbst ein Baum,
schließlich ist mein Sommertraum
auch am Ende angelangt,
hat wie die Blätter abgedankt.

Hoffentlich kann ich im neuen Jahr
wieder neue Tränen finden.
Ach, das wäre wunderbar.
Würde mir mein Herz verbinden.


27. September 2019 

Bild von Barbara Dempf

Anspannung


Ich verkrieche mich im Badezimmer,
und verschließ' die Tür zur Außenwelt.
Dort kann ich in aller Ruhe weinen,
während meine Welt zusammenfällt.

Die Familie soll mich nicht sehen,
niemand geht mein Leiden etwas an.
Die Gefühle, sie sind unerträglich,
keiner, der mich recht verstehen kann.

Denn ich bin in jemanden verliebt, der
die Gefühle nicht erwidert zu mir.
Und ich wünschte ich wär' nicht alleine,
wünscht' ich wäre ganz, ganz nah bei Dir.

Möchte bloß ein wenig mit Dir kuscheln,
von Dir in den Arm genommen werden.
Nicht gefühlt in diesem Badezimmer
einsam und von Gott verlassen sterben.


17. September 2019




Instabil


Du kannst mich nicht kontrollieren.
Passe nicht in Deinen Rahmen.
Denn Du musst sie akzeptieren,
die gefühlten Lebensdramen.

Mein Gelächter, meine Tränen.
Dieses Herz und all sein Sehnen.
Das bin ich und einzig ich.
Dieser Welt gegen den Strich.

In der Lage bist Du nicht,
mich im Ansatz zu verstehen.
Ich bin viel zu instabil,
um geradeaus zu gehen.

Wie ein Fähnchen, das im Wind
- leider niemals selbstbestimmt -
sich zu drehen nun beginnt,
seinem Schicksal nicht entrinnt.


21. September 2019

Ohnmacht


Habe ich dich nun verloren
oder wartest du da draußen?
Wozu bin ich auserkoren?
Welcher Stimme soll ich lauschen?

 Sag Fortuna, wohin gehen,
 wenn nur Ungewissheit wartet?
 Vielleicht bleib ich einfach stehen,
 noch bevor mein Fehler startet.

 Alles ist stets falsch gewesen,
 nie ist etwas rumgekommen.
 Kann nicht in der Zukunft lesen,
 sehe alles nur verschwommen.

 Süße Ohnmacht, sei willkommen,
 kenne dich schon viel zu lange.
 Hast mir meinen Mut genommen,
 machst mir alles Angst und Bange.

 - 16. Juni 2018 -

Hoffnungslose Hoffnung


Ein Leben ohne dich verheißt
ein bitteres Martyrium,
denn heute bist du nur noch Geist
und flüchtige Erinnerung.

 Die Welt nahm weiter ihren Lauf,
 ein Schicksal, dem man nicht entrinnt.
 Du tauchst nur noch auf Fotos auf,
 die Zeugnis alter Zeiten sind.

 Wie groß auch meine Reue ist,
 du kommst so schnell nicht mehr zurück.
 Du bleibst hier weiterhin vermisst,
 genauso wie mein Lebensglück.

 Ich hoffe auf Zusammenkunft,
 die nicht der Tod erst mit sich bringt.
 Ich hoffe, dass dich die Vernunft
 zurück in meine Arme zwingt.

 - 12. Juni 2018 -

 Angst


Ich habe große Angst vor Menschen,
sie kennen nämlich keine Grenzen,
wenn es um böse Worte geht,
wie ihr an meinem Leben seht.

Ich wurde wirklich oft misshandelt,
besudelt und beschimpft, verschandelt.
Nur wegen diesen Menschen krank,
empfinde ich heut keinen Dank.

Das Leben ist mir kein Geschenk,
egal wie oft ichs überdenk.
Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen:
Ich musst mir die Beachtung leihen.


15. Oktober 2019

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